Wachstum. Bildung. Zusammenhalt
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP,
17. Legislaturperiode
Wer den vereinbarten Koalitionsvertrag zwischen
CDU, CSU und FDP und das Regierungsprogramm von CDU und
CSU nebeneinander legt,
sieht: Darin finden sich zahlreiche Forderungen
der Frauen Union der CDU wieder.
Gleichberechtigung
- Wir wollen das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ für
Frauen und Männer umsetzen und damit die Entgeltungleichheit überwinden.
Wir werden in der Wirtschaft dafür werben, das beratungsunterstützte
Lohntestverfahren Logib-D einzusetzen.
- Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft
und im öffentlichen Dienst soll maßgeblich erhöht werden.
Dazu wird ein Stufenplan, insbesondere zur Erhöhung des Anteils
von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten vorgelegt. Der
Stufenplan setzt in einer ersten Stufe auf verbindliche Berichtspflichten
und transparente Selbstverpflichtungen.
- Wir setzen uns für eine stärkere Durchlässigkeit der
Karrierepfade in Wissenschaft und Wirtschaft ein. Dies fördert
auch den Wissens- und Technologietransfer. Wir werden unseren Beitrag
für bessere Karrierechancen von Frauen in Wissenschaft und Forschung
leisten.
- Wir wollen in der Kinderbetreuung weitere Maßnahmen für
einen verbesserten qualitativen und quantitativen flexiblen Ausbau
bei Trägervielfalt auch unter Einbeziehung von Tagespflege ergreifen
und die Vernetzung mit anderen familienunterstützenden Angeboten
im Sinne von Familienzentren und Mehrgenerationenhäusern intensivieren.
- Das Hilfesystem im Bereich Gewalt gegen Frauen soll
im Bereich der Bundeszuständigkeit weiter gestützt werden.
Dazu gehören auch die Einrichtung einer bundesweiten Notrufnummer
und ein Bericht zur Lage der Frauen- und Kinderschutzhäuser und
der darüber hinausgehenden Hilfeinfrastruktur.
- Erleichterung des Wiedereinstiegs ins Berufsleben:
Das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ wird in Partnerschaft
mit der Bundesagentur f ür Arbeit fortgeführt und ausgebaut.
Familie
- Der Kinderfreibetrag wird in einem ersten Schritt
zum 1.1.2010 auf 7008,- Euro und das Kindergeld
um je 20,- Euro erh öht.
- Es wird eine Weiterentwicklung, Flexibilität und Entbürokratisierung
des Elterngeldes geben. Die Partnermonate sollen gestärkt und
ein Teilelterngeld bis zu 28 Monaten eingef ührt werden.
- Um Wahlfreiheit zu anderen öffentlichen Angeboten und Leistungen
der Kinderbetreuung zu ermöglichen, soll ab dem Jahr 2013 ein
Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro, gegebenenfalls als Gutschein,
für Kinder unter drei Jahren als Bundesleistung eingeführt
werden.
- Die Qualifikation von
Tagespflegepersonen sowie Erzieherinnen und Erziehern
und bessere Rahmenbedingungen
für Ausbildung und
Beruf werden in Kooperation mit Ländern, Kommunen und Verbänden
in der Kinderbetreuung ausgebaut. Wir werden darauf
hinwirken, dass sich Bund und Länder auf gemeinsame Eckpunkte
der frühkindlichen
Bildung, insbesondere auch der Sprachförderung, einigen.
- Wir setzen uns für familienfreundliche und flexible Arbeitszeitmodelle
und Auszeiten vom Beruf ein, damit sich Menschen Zeit für wichtige
persönliche Dinge wie die Familie nehmen können. Es
soll ebenso eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung
erreicht
werden.
- Für einen aktiven und wirksamen Kinderschutz werden wir
ein Kinderschutzgesetz auf den Weg bringen.
- Es wird ein schlüssiges und verständliches Konzept der
steuerlichen Berücksichtigung von Aufwendungen für
Familien und Kinder und im Haushalt geben.
- Wir werden prüfen, ob die von den Familienkassen durchgeführte
Auszahlung des Kindergeldes einer anderen Stelle übertragen
werden kann. Darüber hinaus wird geprüft, ob weitere steuerfinanzierte
familienpolitische Leistungen zusammengefasst werden können.
- Polizeibehörden werden in enger Zusammenarbeit mit den Selbstregulierungskräften
der Internetwirtschaft wie der deutschen Internetbeschwerdestelle
sowie dem Providernetzwerk INHOPE die Löschung kinderpornographischer
Seiten betreiben.
Bildung
- Wir unterstützen verbindliche bundesweit vergleichbare Sprachstandstests
für alle Kinder im Alter von vier Jahren und bei Bedarf eine
verpflichtende gezielte Sprachförderung vor der Schule sowie
dar über hinausgehende unterrichtsbegleitende Sprachprogramme.
- Wir streben eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung vor allem von Älteren
und Frauen an und ermutigen zu mehr Bildungs-
und Weiterbildungsanstrengungen.
Integration
- Wir werden den Nationalen Integrationsplan
(NIP) von einem integrationspolitischen Gesamtkonzept
zu einem Aktionsplan mit klar definierten und
zu überprüfenden Zielen weiterentwickeln.
- Um die Verbindlichkeit der individuellen Integrationsförderung
zu erhöhen, werden wir das Instrument eines Integrationsvertrages
schaffen, mit dem wir sowohl Neuzuwanderer als auch länger im
Land lebende Migranten erreichen wollen. Vor allem Menschen, die
zu ihren Ehegatten nach Deutschland nachziehen und dazu erste Deutschkenntnisse
schon im Herkunftsland erworben haben, möchten wir möglichst
schnell mit der Vielfalt der Integrationsmaßnahmen vertraut
machen.
- Eltern in Erziehungsverantwortung müssen unsere Sprache beherrschen,
damit ihre Kinder die besten Voraussetzungen für schulischen
Erfolg haben. Wir wollen verstärkt Integrationskurse für
Eltern an Kindergärten und Schulen einrichten und u. a. mit
der Kampagne „Deutsch lernen – Deutschland kennen lernen“ intensiv
für das Angebot der Elternintegrationskurse werben.
- Bildungs- und Ausbildungsoffensive für Migrantinnen. Auf die
Aufklärung über Menschenrechte, Bürgerrechte und Sozialrechte
und auf die Sensibilisierung für die Gleichberechtigung von
Frauen und Männern muss großes Augenmerk gelegt
werden.
- Einführung eines eigenständigen Straftatbestandes für
Zwangsheirat.
Pflege
- Um den Familien die Chance zu geben,
Erwerbstätigkeit und die
Unterstützung der pflegebedürftigen Angehörigen besser
in Einklang zu bringen, wollen wir mit der Wirtschaft und im öffentlichen
Dienst bei Pflege- und Arbeitszeit verbesserte Maßnahmen zur
Förderung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf entwickeln.
- Wir werden dafür sorgen, dass ausländische Hilfskräfte
ebenso wie pflegende Angehörige oder deutsche Hilfskräfte
auch notwendige pflegerische Alltagshilfen erbringen können.
Rente
- Wir werden im Rahmen der finanziellen
Möglichkeiten prüfen,
wie wir die familienpolitische Komponente stärken und deshalb
Erziehungsleistungen in der Alterssicherung noch besser berücksichtigen
können.
- Wir wollen die steuerliche Förderung der privaten Altersvorsorge
entb ürokratisieren
und flexibilisieren.
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