Killerspiele
Gemeinsames Positionspapier der Frauen Unionen von CDU und CSU
Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten zur Informations-
und
Multimedial-Gesellschaft entwickelt. Moderne Medien sind
aus Gesellschaft und
Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Neben all den positiven
Aspekten werden die
Medien leider immer stärker kommerziell genutzt, vor allem auch
für Gewaltdarstellungen.
Gewaltszenen im Fernsehen, auf Videokassetten und DVDs,
im Internet
und in Computerspielen gehören zum Alltag.
Das Thema Gewalt in den Medien ist inzwischen immer mehr
in die öffentliche
Diskussion gekommen. Der unreflektierte Gewaltkonsum,
beispielsweise von
Killerspielen, kann bei Kindern und Jugendlichen sehr
leicht zur erhöhten Gewaltbereitschaft
und zur Abstumpfung gegenüber Gewalttaten führen. Für
viele Kinder
und Jugendliche kann durch das Vorbild des Medienhelden
im Killerspiel Gewalt zu
einem legitimen Mittel der Konfliktlösung werden. Es tritt ein Stimulations-
und
Gewöhnungseffekt ein. Presseveröffentlichungen über Amokläufer
und zunehmende
Jugendkriminalität sind keine Seltenheit.
Gewalt tritt jedoch nicht nur in Extremen auf. Es geht
nicht immer nur um Schlagzeilen über Amokläufer und Jugendkriminalität.
Gewalt hat viele Erscheinungsformen und begegnet Heranwachsenden
täglich
schon in Kleinigkeiten: Als kleine
körperliche Attacke, als Ausgrenzung aus einer Gemeinschaft, als
Diskriminierung
einer Meinung oder Einstellung, als Beschimpfung und Bedrohung,
z.B. auf dem
Schulhof usw. Mit zunehmender Gewalt und steigender Verrohung
in unserer
Gesellschaft gehen langsam, aber kontinuierlich ethische
Werte und Moralvorstellungen
verloren - Werte, die sich über Jahrhunderte in der menschlichen
Kultur entwickelt haben und ohne die ein gesichertes soziales
Zusammenleben nicht
möglich ist.
Gerade deshalb sind alle gesellschaftlichen Kräfte, vor allem Eltern,
Erzieher,
Lehrer, die Jugendarbeit, die Erwachsenenbildung, die
Medienwirtschaft und die
Politik aufgerufen, dem Verfall der Werte entgegenzutreten.
Dafür gibt es zwei
grundlegende Wege.
1. Ordnungsrechtlicher/gesetzlicher Jugendmedienschutz
Die CDU- und CSU-Frauen Union fordert zur Stärkung der
Erziehungsverantwortung:
- ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von menschenverachtenden, schwer jugendgefährdenden Killerspielen
- Werbeverbote sowie Abgabeverbote an Jugendliche
- Verschärfung der Anforderungen der freiwilligen
Selbstkontrolle FSK und USK
und Sicherstellung der altersgerechten Freigabe (z.B.
Unabhängigkeit, Sachkunde und Pluralität der
Prüfer; vollständige
Sichtung des Mediums bei erheblicher
Jugendbeeinträchtigung bzw. -gefährdung;
kein Einfluss der Anbieter auf
die Kennzeichnung; Transparenz des Verfahrens etc.)
- Wirksamere Kontrollen durch Landesordnungsbehörden,
Polizei und Staatsanwaltschaft,
insbesondere durch klare Zuständigkeitsregelungen und
Aufgabenverteilung, qualifiziertes Personal und Testkäufe
2. Erzieherischer Jugendmedienschutz
Im Rahmen des erzieherischen Jugendmedienschutzes
werden die CDU- und die CSU-Frauen Union
vor allem drei Bereiche unterstützen:
- Aufklären: Eltern, Erzieher, Lehrer sollen umfassend über
die negativen Auswirkungen von Gewaltdarstellung
in den Medien und den unreflektierten Gewaltkonsum
durch die Kinder und Jugendlichen aufgeklärt werden
- Schützen: Eltern, Erzieher und Lehrer sollen ermuntert werden
sich mit dem Medienkonsum der Heranwachsenden
auseinanderzusetzen und sie auf eine sinnvolle Auswahl
der Medienangebote sowie auf die Folgen des unreflektierten Konsums von Gewaltdarstellungen hinweisen
- Werte erhalten: Unsere Normen und Werte müssen im Alltag
umgesetzt und
den Heranwachsenden vorgelebt werden
Die CDU- und CSU-Frauen Union begrüßten
als klares politisches Zeichen zur Sicherung
unseresWertesystems das 5-Punkte-Programm der Innenminister Bouffier,
Beckstein, Gasser und Schünemann zur Bekämpfung
jugendgefährdender Killerspiele. Damit werden
weitere Marksteine zur Bekämpfung
von Gewalt in den Medien gesetzt.
Auch die Frauen Unionen von CDU und CSU werden
sich weiterhin im Interesse des Erhalts unseres Normen-
undWertesystems intensiv für Verbesserungen
im Bereich des gesetzlichen und auch des erzieherischen
Jugendmedienschutzes einsetzen. |