Anleitung zum Gender Mainstreaming
Alles politische und administrative Handeln wird unter dem Aspekt betrachtet:
- Wie weit sind Männer – wie weit sind Frauen von dem Problem betroffen?
- Wie würden sich Lösungsvorschläge auf Männer / auf Frauen auswirken?
- Wie muss die Lösung aussehen, damit sie von Männern und von Frauen als gerecht empfunden wird und evtl. bestehende Benachteiligungen abbaut?
Das klingt theoretisch – das ist sehr praktisch.
In Musterstadt gibt es eine hohe Zahl von Sozialhilfeempfängern. Sie fragen:
Wer ist von dem Problem betroffen? Wie muss daher die Lösung aussehen?
Problem
Lösung
Musterstadt hat einen hohen Anteil langzeitarbeitsloser Männer aus der Baubranche.
In Musterstadt werden mehr Angebote zur Umschulung gebraucht. Vorrangig müssen Industrie und Gewerbe angesiedelt werden.
Problem
Lösung
Musterstadt hat einen hohen Anteil alleinerziehender Mütter mit kleinen Kindern
In Musterstadt werden mehr Angebote zur Kinderbetreuung gebraucht.
Musterstadt braucht eine Ganztagsschule.
Die Stadtverwaltung muss bei den Arbeitgebern für mehr Teilzeitstellen und flexible Arbeitsbedingungen werben.
Gender Mainstreaming
das ist mehr als ein neuer Hut für eine alte Sache – mehr als ein neues Wort für Gleichstellungspolitik:
Gender Mainstreaming
ist ein Prinzip, an dem sich alle politischen und administrativen Entscheidungen von vornherein orientieren sollen
Gender Mainstreaming konsequent umgesetzt – das macht Gleichstellungspolitik überflüssig. |